Obstsalat -Erythrosin

Erythrosin (E127): Mögliche Risiken

 

Obstsalat: Der schmeckt nicht nur lecker – sondern ist selbstverständlich auch sehr gesund. Muss es einmal schnell gehen, dann greift der ein oder andere bei der Zubereitung vielleicht zu Obst aus der Konserve.

Genau das aber könnte bei einer Schilddrüsenüberfunktion zu einem gesundheitlichen Problem werden: Denn Kirschen aus der Konserve verdanken ihre intensive Rot-Färbung nicht selten dem Farbstoff Erythrosin. Und dieser ist jodhaltig.

So viel Erythrosin kann Nahrungsmitteln zugesetzt sein:

  • Cocktailkirschen (max. 200 mg/kg)
  • Kandierte Kirschen (max. 200 mg/kg)
  • Kaiserkirschen (Bigar-reaux-Kirschen) in Obstkonserven (max. 150 mg/kg)

Achtung! Erythrosin steckt nicht nur in Nahrungsmitteln

Erythrosin ist darüber hinaus als Farbstoff für Arzneimittel und Kosmetika im Einsatz. Fragen Sie insbesondere bei einer Schilddrüsenerkrankung in Apotheke oder Drogerie immer nach, ob in einem Produkt, das Sie erwerben, Jod enthalten ist. Lassen Sie sich gegebenenfalls alternative Produkte empfehlen.

Der überwiegende Teil des über Lebensmittel aufgenommenen Erythrosins wird unverändert wieder ausgeschieden. Während der Verdauung kann sich jedoch Jod von dem Farbstoff abspalten.

Vor allem wenn Sie große Mengen Erythrosin aufnehmen – wenn Sie beispielsweise regelmäßig gefärbte Kirschen essen -, kann auf diese Weise eine nicht unerhebliche Menge Jod in Ihren Körper gelangen.

Das geschieht bei einer zu hohen Jod-Aufnahme

Und zu viel Jod kann eine Schilddrüsenüberfunktion ankurbeln. Sie sollten wissen: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (auch Hyperthyreose genannt) bildet die Schilddrüse mehr Hormone, als der Körper eigentlich benötigt.

Diese Überversorgung verstärkt verschiedene Stoffwechselvorgänge. Ihr Herz-Kreislauf-System etwa wird beschleunigt. Bluthochdruck kann eine Folge sein.

So macht sich eine Schilddrüsenüberfunktion bemerkbar

  • Schwitzen
  • Wärmeintoleranz (d.h., die Betroffenen empfinden Wärme schnell als unangenehm)
  • Bluthochdruck
  • Herzrasen
  • Gewichtsabnahme trotz reichhaltiger Ernährung
  • Haarausfall

E127 wird mit weiteren Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht

Darüber hinaus steht Erythrosin im Verdacht, für weitere Gesundheitsprobleme mitverantwortlich zu sein: So soll E127 etwa ADHS bei Kindern auslösen können. Zumindest in Tierversuchen zeigte sich eine stark aktivierende Wirkung auf die Nervenfunktion. Bei Menschen konnte dies bislang jedoch nicht eindeutig bestätigt werden.

Daneben wurde in Laborversuchen auch eine Östrogen-artige Wirkung von E127 beobachtet: Dies begünstigt möglicherweise die Entstehung von Brustkrebs.

Hinweis:

Die Gefährlichkeit von E127 ist bislang nicht im Detail geklärt. Gehen Sie deshalb auf Nummer sicher: Meiden Sie Erythrosin am besten nicht nur bei einer Schilddrüsen-Überfunktion.

Bereiten Sie sich einen Obstsalat grundsätzlich aus unbehandelten Kirschen her. Wenn es dennoch einmal Konservenfrüchte sein sollten, dann greifen Sie zu Bio-Produkten. Denn hier darf der Farbstoff nicht enthalten sein.

Schilddrüsen-Erkrankung: Das sollten Sie bei der Jod-Aufnahme beachten

Das Spurenelement Jod ist notwendig für den körpereigenen Aufbau der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Bei einer jodmangelbedingten Schilddrüsenunterfunktion sollten Sie unbedingt auf eine ausreichend Jod-Zufuhr achten: Nehmen Sie täglich 100 bis 200 µg Jod auf. Einige Ernährungswissenschaftler sprechen sogar davon, dass man bis zu 500 µg Jod täglich zu sich nehmen könnte.

Brathering enthält beispielsweise pro 100 Gramm etwa 130 µg Jod, Kabeljau 120 µg, Seelachs 200 µg.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sollten Sie vorsichtiger sein: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ab, welche Jod-Mengen Sie aufnehmen dürfen.

 

Lassen Sie sich beraten!

 

www.praxis-schell.de