Lärm – Herzinfarkt

LÄRM & HERZ:

ALARMIERENDE ZUSAMMENHÄNGE

Die Ergebnisse reichen noch nicht für einen unwiderlegbaren Ursache-Wirkung-Beweis, aber der Verdacht ist begründet: Verkehrslärm erhöht das Risiko eines Herzinfarkts. Mit jeder Zunahme um zehn Dezibel auf eine Dauer von zehn Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit um 12%.

Gesundheitsbehörden in Dänemark sammeln in einer europaweit vorbildlichen Studie (Diet, Cancer And Health Cohort) seit Jahren Daten von 50.164 Bürgern über die Ernährung, die Krebshäufigkeit und andere Gesundheitsprobleme. Jeder ist zu Beginn der Untersuchung zwischen 50 und 64 Jahre alt und ohne Krebs oder Herzproblemen. Ausgewertet werden Angaben zum Geschlecht, zur Frage des Rauchens und des Alkoholkonsums, zum Verzehr von Obst und Gemüse, zum Body-Mass-Index, zur körperlichen Aktivität, zur Luftverschmutzung an der Wohnadresse und zum Lärm von der Straße, von der Bahn und aus dem Luftverkehr.

Innerhalb von knapp zehn Jahren ereigneten sich in dieser Bevölkerungsgruppe 1.600 Fälle von Myokardinfarkt. Jeder kann von zahlreichen Faktoren herbeigeführt worden sein.

Rechnet man die allgemein gültigen Ursachen heraus und berücksichtigt die Unterschiede einer Lärmbelastung, erkennt man im Bereich von 42–84 Dezibel eine stetige Zunahme an Infarkten – rund 12% für je zehn Dezibel mehr (Zum Vergleich: Ein Motorrad der Marke Harley-Davidson darf bis zu 86 Dezibel laut sein, ein Bodenstaubsauger noch lauter).

Zählt man nur die Infarkte mit tödlichem Verlauf, liegt der Anstieg sogar bei 25 %. Nicht alle Faktoren konnten berücksichtigt werden, zum Beispiel fehlen Angaben zur familiären Infarktbelastung der Betroffenen.

Die Wissenschaftler sind sich aber sicher, dass Verkehrslärm genügend Anlass zur Sorge um die Herzgesundheit gibt. Es kommt zu einer erhöhten Erregung des vegetativen Nervensystems, mit erhöhtem Blutdruck, schnellerem Herzschlag und stärkerem Spannungszustand in den Gefäßen.

Lärm aktiviert die Hormonausschüttung. Das betrifft speziell den Botenstoff Cortison, den die Evolution für Kampf oder Flucht entwickelt hat. Zusätzlich wird nächtlicher Straßenlärm mit Schlafstörungen in Verbindung gebracht, mit negativen Auswirkungen auf die metabolischen Aktivitäten und auf das Immunsystem.

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