Kräuterheilkunde: Wegwarte (Zichorie)

Heilen mit Wegwarte

Die Wegwarte, im Volksmund auch Zichorie genannt, ist eine zwischen 30 cm und einem Meter hohe Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die wie ihr Name schon sagt, bevorzugt an Wegrändern zu finden ist. Im Frühjahr wachsen zunächst ihre an Löwenzahn erinnernden rosettenförmigen Blätter, im Sommer bilden sich dann verzweigte Stängel mit kleinen Blättern. Von Juli bis September blüht die Wegwarte an den Blattachsen mit leuchtend blauen Blüten. Das unscheinbare Kraut kann man für Gesundheit und Wohlbefinden nutzen.

 

Die gesundheitlichen Wirkungen der Wegwarte

Die Wegwarte ist ein altes Heilmittel, die ersten Aufzeichnungen über die heilsamen Wirkungen stammen aus dem 4. Jahrtausend v. Christus auf Papyrusrollen im Alten Ägypten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Wegwarte sind ihre Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und die Zuckerverbindung Inulin.

Die Wegwarte wird in der Naturmedizin in zwei verschiedenen Formen eingesetzt, als Kraut (Blätter, Stängel, und Blüten), das Cichorium herbum genannt wird, oder als Zubereitung aus der Wurzel, die Cichorum radix heißt. Beide sind in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sehr ähnlich und verfügen über ein hohes Maß an Bitterstoffen und Inulin. Die Wegwarte wirkt:

–   appetitanregend

–   verdauungsfördernd

–   galletreibend

–   abführend

–   stoffwechselanregend

Die meisten Wirkungen der Wegwarte entstehen durch die Bitterstoffe und Gerbstoffe. Gemeinsam wirken sie anregend auf den Stoffwechsel, aktivieren den Gallefluss und regen dadurch sowohl den Appetit als auch die Verdauung an. Im 19. Jahrhundert bezeichnete Pfarrer Kneipp die Wegwarte als reinigendes Mittel für Leber und Galle. Zubereitungen aus der Wegwarte helfen Ihnen bei:

–   Appetitmangel

–   Verdauungsschwäche

–   Verstopfung

–   Leberleiden

Neben diesen innerlichen Anwendungsgebieten setzt die Volksmedizin die Wegwarte auch äußerlich bei Hautausschlägen und Geschwüren ein. Die Anwendung der Wegwarte gegen Appetitmangel und Verdauungsprobleme (dyspeptische Beschwerden) wird auch von der Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes befürwortet.

 

Anwendung der Wegwarte

Kraut und Wurzeln der Wegwarte können Sie selbst sammeln oder fertig getrocknet in der Apotheke kaufen. Zichorien-Kaffe als gesunde Alternative zum Bohnenkaffe erhalten Sie in jedem Reformhaus und Bioladen.

Grundrezept für Wegwarten-Tee: Bringen Sie 1 TL Wegwartenkraut oder geschabte Wurzel mit einem Viertelliter kaltem Wasser aufgesetzt zum Kochen. Seihen Sie den Tee ab, nachdem er 3 Minuten geköchelt hat. Trinken Sie zur Appetitanregung und Verdauungsförderung vor dem Essen eine Tasse davon. Obwohl der Tee sehr bitter schmeckt, sollten sie ihn nicht süßen. Allerdings dürfen Sie zur Geschmacksverbesserung ein Pfefferminzblättchen hinzufügen.

 

Wegwarten-Magenbitter: Waschen Sie etwa 50 g Wegwartenwurzel, und kratzen Sie dunkle Stellen ab. Übergießen Sie dann die unzerkleinerten Wurzeln in einem geeigneten Gefäß mit einer Flasche Doppelkorn (32%ig) Fügen Sie braunen Kandiszucker hinzu, und lassen Sie den Ansatz sechs Wochen lang ziehen, ehe Sie ihn in eine Flasche abseihen. Trinken Sie zur Verdauungs- und Appetitanregung bei Bedarf ein kleines Schnapsglas vor dem Essen.

 

Wegwarte als Kaffeeersatz: Säubern Sie eine Wegwartenwurzel und schneiden Sie sie klein. Trocknen Sie die Stückchen bei 80°C im Backofen, und mahlen Sie die Wurzelteile anschließend in einer Kaffeemühle. Sie können das so gewonnene Pulver genauso wie Kaffeemehl verwenden. Dieser Zichorien-Kaffe wirkt belebend auf den Körper und die Seele.

 

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