Allergien

Allergien

 

Rund 16 Millionen Deutsche leiden an einer Allergie. Dabei kann der Auslöser der Beschwerden sehr unterschiedlich sein. Bei dem einen sind es Pollen, bei einem anderen Nahrungsmittel und bei einem Dritten vielleicht Tierhaare. Auch wenn die Auslöser verschieden sind, die allergischen Reaktionen im Körper sind immer dieselben

So entstehen Allergien

Damit sich Keime wie Bakterien und Viren nicht in unserem Körper vermehren und zu Krankheiten führen, haben wir ein ausgeklügeltes Abwehrsystem. Dieses Immunsystem kann körpereigene von körperfremden Stoffen unterscheiden und startet seine Abwehrreaktionen erst, wenn ein Stoff als feindlich erkannt wird. Dabei erkennt das Abwehrsystem Krankheitserreger an bestimmten Molekülen auf ihrer Zelloberfläche, den sogenannten Antigenen. Zur Abwehr der feindlichen Eindringlinge werden daraufhin Antikörper gebildet. Wenn nun derselbe Krankheitserreger ein zweites Mal in den Körper gelangt, wird er aufgrund seiner typischen Antigene von speziellen Gedächtniszellen sofort wiedererkannt und abgewehrt.

Diese Reaktionen der Immunabwehr sind mehr als sinnvoll, denn sie schützen uns vor Krankheiten. Im Falle einer Allergie laufen diese Reaktionen jedoch aus dem Ruder, denn sie laufen ab, obwohl der körperfremde Stoff vollkommen harmlos ist. Allergien werden durch diese Stoffe ausgelöst:

  • Inhalations-Allergiedurch das Einatmen von Pollen, Hausstaub, Schimmelpilzsporen
  • Nahrungsmittel-Allergie  B. durch das Essen von Nüssen, Schalentieren oder bestimmten Früchten
  • Kontakt-Allergie durch Hautkontakt mit Substanzen wie Nickel, Latex oder Desinfektionsmittel
  • Arzneimittel-Allergie durch die Einnahme von Medikamenten wie z. B. Penicillin oder Aspirin
  • Insektengift-Allergie durch den Stich von Wespen oder Bienen

Genau so wie die Krankheitskeime bringt auch das Allergen das Immunsystem dazu, Antigene zu bilden. Diese Antikörperbildung beim Erstkontakt wird Sensibilisierung genannt, denn sie führt dazu, dass der Körper ab sofort bei jedem weiteren Kontakt empfindlich reagieren wird. Da die Schleimhäute in den Atemwegen, Augen und im Verdauungstrakt die erste Barriere unseres Körpers gegen eindringende Feinde sind, zeigen sich hier auch die meisten allergischen Symptome.

Typische Beschwerden bei einer allergischen Reaktion sind:

–   Jucken und Rötung der Augen

–   Fließschnupfen

–   Niesen

–   Atemnot

–   Ekzeme

–   Durchfall

Ihr Lebensstil kann Allergien begünstigen

Warum in den letzten Jahrzehnten die Anzahl der Allergiegeplagten immer stärker ansteigt, ist letztendlich noch nicht komplett geklärt. Fakt ist allerdings, dass im Jahr 1990 in Deutschland 25 % der Bevölkerung allergische Beschwerden hatten, heute leiden schon 40% ein- oder mehrmals im Leben an einer Allergie. Eine der Ursachen für diesen Trend scheint unser Lebensstil zu sein. So fanden Wissenschaftler der Universität Florenz schon in 2010 heraus, dass unsere westliche Ernährung Allergien begünstigt. Dazu hatten die Forscher italienische und afrikanische Kinder miteinander verglichen. Die afrikanischen Kinder ernährten sich vor allem von Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse. Die aus Florenz stammenden Kinder aßen deutlich mehr Fleisch, Fett und Zucker. Dadurch fehlten ihrer Darmflora für eine stabile Immunabwehr wichtige Bakterien. Allergieverstärkend wirken auch:

–   Nahrungsmittelzusatzstoffe

–   Umwelteinflüsse wie Schadstoffbelastung und Luftverschmutzung

–   Stress

–   Störungen der Darmflora durch Antibiotika

–   Duftstoffe in Kosmetika und Waschmitteln

–   Stress

–   übertriebene Hygiene

Die Bereitschaft, eine Allergie zu bekommen, ist auch in den Erbanlagen verankert. Das größte Allergie-Risiko haben mit bis zu 70% daher Kinder, deren Eltern beide Allergiker sind.

Kennen Sie noch den Ausdruck „Dreckimmunisierung”? Damit hat man früher gemeint, dass Kinder, die im Dreck gespielt haben, weniger anfällig gegen Krankheiten sind. Und an dieser Meinung ist auch viel Wahres, wie die Wissenschaft inzwischen herausgefunden hat. Denn durch die zunehmende Hygiene wird unser Immunsystem in vollkommen neuer Form beansprucht. Über Millionen von Jahren hinweg war der Mensch daran gewöhnt, auch mit Bakterien oder Pilzen verunreinigte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen und in einer mit Keimen belasteten Umgebung zu leben. Heute sind zwar durch die stark verbesserten Hygieneverhältnisse und durch das heute selbstverständliche Impfen der Kinder viele Infektionskrankheiten besiegt – doch das hat auch seinen Preis. Denn das Immunsystem wird dadurch kaum noch gefordert und trainiert. Das führt dazu, dass die Abwehr harmlose Stoffe falsch bewertet und überschießend reagiert.

Die Rolle der Psyche

Sorgen und Ängste sowie jede Art von emotionalem Stress verstärken allergische Probleme oder können sie sogar auslösen. So zeigten Untersuchungen, dass bei sensiblen Katzenhaar-Allergikern schon der Anblick von Katzenfotos Niesattacken auslöst. Doch so schlimm sich das anhört, so positiv ist dieser Zusammenhang auch. Denn, was in die eine Richtung geht, geht auch in die andere: Ist Ihre Psyche ausgeglichen, verschwindet auch die Allergie.

Die Psyche kann Allergieschübe auslösen

Was für eine bedeutende Rolle die Psyche bei Allergien spielt, konnte eine ganze Reihe von Untersuchungen eindrucksvoll nachweisen. Hier konnte gezeigt werden, dass bei manchen Allergikern Niesattacken, Augenjucken oder Atemnot ganz ohne einen Kontakt mit dem Allergen ausgelöst werden können – alleine durch die Kraft der Vorstellung (Suggestion) oder durch das Betrachten von Fotos. So bekamen z. B. Katzenhaar-Allergiker beim Betrachten von Katzenfotos Niesanfälle und Schnupfen, weil sie ja wussten, dass sie bei Katzenkontakten immer niesen müssen. Auf diese Weise setzt die allergische Reaktion als Reflex ein, denn es hat ein unbewusster Lernvorgang stattgefunden.

Neben diesem Phänomen wirken sich aber auch alle psychischen Belastungen negativ auf die Allergiebereitschaft aus. Ihr Immunsystem gerät aus der Balance durch:

–   Ängste

–   ungelöste Konflikte

–   Beziehungsprobleme

–   Ärger im Beruf

–   negative Erwartungshaltungen

Schon alleine durch die Angst vor der nächsten allergischen Reaktion werden bei sensiblen Patienten die Symptome verstärkt.

Die Ursache dafür, dass psychische Einflüsse die Allergie so verstärken können, liegt in der engen Zusammenarbeit von Nerven- und Immunsystem. Die Hauptrolle spielen dabei Nervenbotenstoffe, die die beiden Systeme miteinander verbinden. So werden z. B. die Neurotrophine sowohl von den Nervenzellen als auch von den Immunzellen gebildet. Bei allergischen Reaktionen werden diese Botenstoffe übermäßig produziert und können dann bis zu Wochen lang wirksam bleiben.

Diese Zusammenhänge von Immunsystem und Psyche werden seit einigen Jahren verstärkt erforscht. Hier hat sich eine ganz neue Medizinrichtung gebildet, die Psychoneuroimmunologie.

Entspannungstechniken und Selbsthypnose gegen Allegien

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Studien die belegen, wie wirksam Entspannungstechniken bei Allergien sind. Nun zeigte eine Studie des American College of Sports Medicine in Seattle/USA, wie gut Yoga gegen allergisches Asthma hilft. Die Probanden der Studie übten zehn Wochen lang einmal wöchentlich jeweils zweieinhalb Stunden lang. Nach diesem Zeitraum füllten die Studienteilnehmer einen Fragebogen zu ihrem gesundheitlichen Befinden, der Alltagsbewältigung und dem allgemeinen Wohlbefinden aus. Das beeindruckende Ergebnis: Im Durchschnitt gaben die Befragten in allen Bereichen eine Verbesserung um 42,5 % an!

Aber nicht nur Yoga sondern auch eine Reihe anderer Entspannungsverfahren haben sich zur Verminderung der Allergiebereitschaft bewährt. Hilfreiche Entspannungsverfahren bei Allergien sind:

–   Autogenes Training

–   Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen

–   Meditation

–   Tai Chi

Erlernen Sie die Technik Ihrer Wahl zunächst unter fachlicher Anleitung in einem Kurs. Ihre Krankenkasse kann Sie dabei unterstützen und einen Teil der Kosten finanzieren.

Eine sehr bewährte Methode ist auch die Selbsthypnose und so funktioniert’s: Setzen oder legen Sie sich bequem an einen ruhigen Ort, und schließen Sie die Augen.

  1. Achten Sie nun auf Ihre Atmung und stellen Sie sich bei jedem Atemzug vor, wie Sie ein goldenes Licht einatmen, das sich in Ihrem Körper ausbreitet und Sie mehr und mehr entspannt.
  2. Stellen Sie sich bei jedem Ausatmen vor, wie Sie mit der Atemluft auch die Anspannung abgeben.
  3. Stellen Sie sich dann zur Intensivierung der Entspannung eine Treppe mit 10 Stufen vor, die Sie langsam herabgehen. Zählen Sie dabei rückwärts von 10 bis Null. Suggerieren Sie sich dabei, wie Sie mit jedem Schritt in einen noch tieferen Entspannungszustand gleiten.
  4. Beginnen Sie anschließend mit den Imaginationen, die Sie vor Allergien schützen. Stellen Sie sich dabei z. B. vor, dass Sie von einem unsichtbaren Schutzanzug umgeben sind oder dass eine gläserne Wand Sie vor den Pollen abschirmt.
  5. Zählen Sie von 1 bis 3, um die Selbsthypnose zu beenden. Sagen Sie sich dabei: „Bei 3 fühle ich mich wach und frisch”.

Notfall Anaphylaxie

Die schwerste Form einer allergischen Reaktion ist der anaphylaktische Schock, kurz Anaphylaxie genannt. Hier geht es um Leben und Tod, und Sie sollten wissen, was dann zu tun ist.

Das sollten Sie über den Notfall Anaphylaxie wissen

Bei einer Anaphylaxie ist der ganze Körper mit allen Organsystemen wie dem Herz-Kreislauf-System, dem Atmungssystem, der Haut und dem Magen-Darm-Trakt betroffen. Die häufigsten Auslöser einer Anaphylaxie sind:

–   Insektengifte (Bienen- oder Wespenstich)

–   Medikamente (besonders Penicillin, Narkose- oder Röntgenkontrastmittel)

–   Lebensmittel (besonders Nüsse, Schalentiere, Fisch)

–   Naturlatex

Der innerhalb von Sekunden bis zu wenigen Stunden nach dem Kontakt mit diesen Allergen eintretende medizinische Notfall entsteht dadurch, dass die Mastzellen große Mengen von Histamin freisetzen. Dieser Botenstoff stellt die Blutgefäße weit, sodass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austreten kann. Dadurch schwillt die Schleimhaut in den Atemwegen an, und die Bronchien verkrampfen sich. Das durch den Flüssigkeitsaustritt verminderte Blutvolumen lässt den Blutdruck in den Keller sinken, und es kommt zum Kreislaufzusammenbruch. Die ersten Anzeichen einer Anaphylaxie sind:

–   Atemnot

–   Unruhe

–   verlangsamter oder beschleunigter Puls

–   plötzlicher Nesselausschlag

–   Schluckbeschwerden

–   Schwellung der Lippen und Augenlider

Wenn hier nicht rasche Hilfe kommt, tritt innerhalb von kurzer Zeit der Herzstillstand ein.

Achtung!

Rufen Sie bei drohender Anaphylaxie sofort den Notarzt und legen Sie den Betroffenen mit erhöht liegenden Beinen auf den Boden.

So wappnen Sie sich für den allergischen Notfall

Wenn Sie an einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Insektengift leiden, gibt es die Möglichkeit einer speziellen Immuntherapie (SIT) oder einer Hyposensibilisierung. Durch diese Behandlungen werden die überschießenden Immunreaktionen wirkungsvoll blockiert. Wenn Sie an einer Nahrungsmittel-, Medikamenten- oder Latex-Allergie leiden, gibt es zurzeit leider noch keine ursächliche Behandlungsmöglichkeit dagegen. Hier sollten Sie sich auf jeden Fall ständig ein Notfallset bei sich tragen, das Ihnen im Ernstfall bis zum Eintreffen des Notarztes Erste Hilfe leistet.

Das Notfallset, das Ihnen der Arzt verordnet, besteht je nach der auftretenden Symptomatik aus 3 bis 4 Medikamenten:

  1. Einer Spritze mit Adrenalin, die Sie sich leicht selbst verabreichen können
  2. Einem bronchienerweiternden Spray (beta2-Mimetikum) bei akuter Atemnot
  3. Einem Antihistaminikum zur Bremsung der Histaminfreisetzung
  4. Kortison zur Vorbeugung von Spätgolgen

Nehmen Sie diese Medikamente im Notfall so, wie mit Ihrem Arzt besprochen und rufen Sie trotzdem zusätzlich den Notarzt (112) oder suchen Sie eine Krankenhaus-Ambulanz auf.

Nun die ultimative Alternative

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Die Chancen für Sie sind ungleich gut!

 

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